Gabelmacherhof in St. Radegund

 

Im Oberösterreichischen St. Radegund, hart an der Deutschen Grenze und in unmittelbarer Nachbarschaft Salzburgs, liegt idyllisch inmitten der Wälder und Wiesen gelegen ein bäuerliches Gehöft, umspielt von sanften Hügeln und kleinen Forsten.
2002 hatte Pro Animale den Hof übernommen und innerhalb von nur wenigen Monaten zu einer wunderbaren Tierherberge ausgebaut. Heute leben dort, am Gabelmacherhof, rund 50 Hunde, ein Dutzend Pferde, Ziegen und Schafe.
Doch die Idylle hat jähe Risse bekommen; heute, wo einem friedlichen Leben für Tiere selbst weit am Land immer engere Grenzen gezogen werden, zeichnen schwerwiegende Probleme mit der Nachbarschaft zunehmend düstere Schatten am Himmel. Zu laut seien die Hunde, gestört fühlen sich manche Anrainer in der persönlichen Freiheit. Die Hunde müssten weg!

Dazu auszugsweise aus einer Vorstellung des Rechtsanwaltes des „Gabelmacherhofes“, Mag. Christian Breit: „Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass mit Bescheid der BH Braunau vom 27. 10. 2003 dem Verein Pro Animale Austria e. V. an der gegenständlichen Liegenschaft die Bewilligung zum Betrieb eines  Tierheimes nach den Bestimmungen des OÖ. Tierschutzgesetzes erteilt wurde. In jenem Verfahren wurde bereits ausgeführt, dass schon vor diesem Zeitpunkt auf der Liegenschaft ein Tierheim genehmigt und betrieben wurde und der genannte Genehmigungsbescheid der BH Braunau auch dem Gemeindeamt St. Radegund nicht nur zugestellt wurde, sondern die Gemeinde St. Radegund in diesem Verfahren auch Partei war und dem Betrieb eines Tierheimes ausdrücklich zugestimmt hat. Die wiederum in diesem Bescheid erteilten Auflagen wurden vom genannten Verein bzw. von der Einschreiterin erfüllt und gab es zu keinem Zeitpunkt, insbesondere im Zuge dieses Verfahrens auch nur die geringsten Einwände der Gemeinde St. Radegund. Es war vielmehr so, dass die Gemeinde St. Radegund das Tierheim unterstützt und zu umfangreichen Investitionen ermuntert hat.“ Bürgermeister Simon Sigl spricht davon, dass es gegen den „Gabelmacherhof“ keinerlei Einwände gibt, dass es eben nur an der Widmung fehle. Somit wurde dem Liegenschaftseigentümer, das ist die „Stumme Brüder Stiftung“ aus Vaduz die Verwendung der baulichen Anlagen für den Betrieb eines Tierheimes untersagt.

St. Radegund, eine Gemeinde, die so große Persönlichkeiten wie Franz Jägerstätter hervorgebracht hat, welche für ihren unverrückbaren Glauben an die Menschlichkeit sogar den gewaltsamen Tod durch Hinrichtung in Kauf nahmen, will nun die Tierheimgenehmigung entziehen, den Gestrandeten somit die letzte Heimat entreißen. Anstatt sich an ihren großen Namen aufzurichten, sich deren Vermächtnisses anzunehmen und im Namen der Barmherzigkeit zu handeln, entschied sich die Kommunen-Vertretung diesen anderen Weg zu gehen, den Weg der Entfremdung und der Ausgrenzung.

Eigentlich hätten die Tiere bis Ende 2009 den Gabelmacherhof verlassen müssen.
Laut BH gibt es eine neue Frist. Wenn bis Montag, 15. Februar 2010, immer noch Tiere am Gabelmacherhof gehalten werden, gibt es eine Zwangsstrafe.

St. Radegund, eine Gemeinde, die sich doch Tatsächlich für den Titel "Friedensgemeinde" bewirbt.
Was für eine  Ironie!!!!!! 

Da wir uns nicht nur auf Medienberichte verlassen wollten haben wir den Gabelmacherhof selbst besucht. Schon bei der Hinfahrt ist uns die ideale Lage des Vierkanthofes aufgefallen. Abgelegen, am Waldrand mit einer Zufahrt, die am Hoftor endet. Als wir den Hof dann besichtigen durften waren wir mehr als Begeistert. Bisher hatten wir noch keinen Hof gesehen, der trotz der vielen Tiere so sauber, ordentlich und gut durchstrukturiert war. Alle Unterkünfte der Tiere und die Tiere selbst waren sehr gepflegt.
Sicher, 50! Hunde auf einem Hof sind schon viel, vielleicht sogar zu viel. Und doch sind sie nur ein Bruchteil von den vielen gequälten Hundeseelen in Europa. Wir Menschen haben den Hund in unser Leben geholt und damit die Verantwortung für Ihn übernommen. Solange es aber noch Menschen gibt, die Tiere nur ausbeuten, foltern, quälen und wenn sie sie dann nicht mehr brauchen einfach wegwerfen wie einen Gegenstand, sollten wir froh und dankbar sein, dass es solche Einrichtung wie den Gabelmacherhof mit seinen engagierten Mitarbeitern gibt.
Wir Menschen behaupten von uns die Intelligentesten Wesen auf unseren Planeten zu sein. Aber leider sind viele von uns auch die Grausamsten Wesen!
Wir hoffen und wünschen, dass sich Pro-Animale, unter deren Schirmherrschaft der Gabelmacherhof steht, gegen den Bürgermeister und Gemeinderat von St. Radegund behaupten kann.

 

Wenn Sie mehr zu diesem Thema lesen möchten:

http://pro-animale.at/portal/
http://archiv.print-gruppe.com/data/322/2009/52/tmp/11_322_2009_52.pdf

http://www.tierhilfe-montenegro.de/berichte/in_und_ausland/gabelmacher_hof.htm

http://www.archenoah.at/laufschrift.htm

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/braunau/art14857,334152

http://www.tiere-spawp.org/tierschutzsterreich.htm